Zertifizierte AusbildungsQualität für die Kinder- und Jugendarbeit

 

Fachtagung “RECOGNIZE it! Kompetenzen von JugendleiterInnen und JugendarbeiterInnen”

Freitag, 4. März 2016 | Stadtwerk | Salzburg

aufZAQ veranstaltete am 4. März 2016 eine Tagung, bei der ein Kompetenzrahmen für die Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt wurde. Die Entwicklung des Kompetenzrahmens erfolgt im Auftrag bzw. in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ), den Landesjugendreferaten, der Bundesjugendvertretung (BJV), dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) und zahlreichen Kinder- und Jugendorganisationen.
Es kamen ca. 80 Personen aus der Offenen Jugendarbeit, der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie aus angrenzenden Handlungsfeldern zusammen, mit dem Ziel, mehr über das Thema zu erfahren, sich darüber auszutauschen und ihr Netzwerk zu erweitern.

Einstieg

Nachdem Wolfgang Schick (aufZAQ-Beiratsvorsitzender) und Magdalena Schwarz (aufZAQ-Beiratsmitglied) die Fachtagung eröffneten, folgten Grußworte von Landesrätin Martina Berthold (Land Salzburg) und Sektionschefin Ingrid Nemec, die in Vertretung für Bundesministerin Sophie Karmasin (BMFJ) kam.

Als Experte für das sichtbar und vergleichbar Machen von nicht-formal erworbenen Kompetenzen, hielt Peter Schlögl (Österreichisches Institut für Bildungsforschung) einen kurzen einführenden Vortrag zum Thema Kompetenzen und Kompetenzmodelle. Er unterstützt aufZAQ auch als wissenschaftliche Begleitung bei der Entwicklung des Kompetenzrahmens. Anschließend gab es von Univ-Prof. Arno Heimgartner (Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Graz) und Klaus Schreiner (Leiter der aufZAQ-Geschäftsstelle) ein Gespräch zum Thema Kompetenzen im Jugendbereich. Arno Heimgartner forscht derzeit über die Ausbildungssituation in der außerschulischen Kinder und Jugendarbeit in Österreich und ist Kooperationspartner bei der Entwicklung des Kompetenzrahmens.

Präsentation des Kompetenzrahmens

Den Schlusspunkt des Vormittagsprogramms setzten Daniela Kern-Stoiber und Jürgen Einwanger, beide aufZAQ-Beiratsmitglieder. Sie stellten gemeinsam den Kompetenzrahmen für die Kinder- und Jugendarbeit vor, welcher das Kernstück des Prozesses darstellt. Er besteht aus sechs Kompetenzbereichen, in welchen auf fünf verschiedenen Levels Kompetenzen beschrieben werden. Der Rahmen beschreibt einzelne Kompetenzbereiche von JugendarbeiterInnen und JugendleiterInnen in einer einheitlichen Form und beinhaltet die verbandliche sowie die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Der Kompetenzrahmen berücksichtigt Schnittmengen und Unterschiede der jeweiligen Tätigkeitsfelder und wird an den Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) anschlussfähig sein, der in Österreich Mitte März 2016 gesetzlich eingerichtet wurde. Mit dem Rahmen kann zukünftig die Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit von nicht-formal erworbenen Kompetenzen und damit verbundene Qualifikationen gesteigert werden. In den Prozess der Entwicklung des Kompetenzrahmens waren Personen aus verschiedenen Handlungsfeldern involviert. Danach konnten sich die TeilnehmerInnen in Murmelgruppen kurz austauschen und offene Fragen und Feedback auf Post-its festhalten.

Austausch und Diskussion

Am Nachmittag hatten TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich zu einem bestimmten Thema zu informieren, darüber zu diskutieren und Fragen zu stellen. Zum einen fanden Diskussionsrunden statt, bei welchen die Post-its Fragen der TeilnehmerInnen diskutiert wurden. Parallel dazu gab es im Hauptvortragsraum vier Dialogtische zu den Themen Validierung, Kompetenzen und Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR), verbandliche Kinder- und Jugendarbeit und Offene Jugendarbeit, zu denen man hingehen und spezifische Fragen stellen konnte. Auf diese Weise konnten die TeilnehmerInnen die Inhalte des Vormittages bestmöglich aufarbeiten.

In der Schlussrunde wurden schließlich alle Anwesenden von der Moderation dazu eingeladen ein paar Eindrücke der Fachtagung mit den anderen TagungsteilnehmerInnen zu teilen. Dabei wurde von verschiedenen Seiten vor allem die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung betont, da diese die Möglichkeit des Netzwerkens außerhalb des eigenen Handlungsfeld sowie die Behandlung offener Fragen ermöglicht.

Ausblick

Abschließend gab es von Klaus Schreiner und Hanna Erklavec von der aufZAQ-Geschäftsstelle einen kurzen Ausblick wie die nächsten Schritte aussehen werden. Bis Ende Juni werden alle Felder des Kompetenzrahmen befüllt sein. Im Sommer wird aus dem Material der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit und der Offenen Jugendarbeit ein gemeinsames Bild gezeichnet, bei dem Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar werden. Danach werden im Herbst weitere Stakeholder, besonders noch einmal alle Kinder- und Jugendorganisationen, die GrundlehrgangsanbieterInnen für Jugendarbeit sowie das BMFJ und die Landesjugendreferate konsultiert. Es werden verstärkt weitere ExpertInnen sowie MulktiplikatorInnen in den Prozess eingebunden. Ende 2016 wird der Kompetenzrahmen für die Kinder- und Jugendarbeit mit allen Feldern fertiggestellt sein. aufZAQ wird sich nun auch bei der Lehrgangszertifizierung intensiv mit der Lernergebnisorientierung auseinandersetzen. Für LehrgangsanbieterInnen, die den Wunsch haben, ihre Lehrgänge langfristig NQR-tauglich zu machen bietet die aufZAQ-Geschäftsstelle Hilfe bei der lernergebnisorientierten Formulierung von Curricula an um diese fit für den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zu machen. Um Qualifikationen dem Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) zuordnen zu können, müssen diese durch Lernergebnisse definiert werden, was zukünftig auch eine Auseinandersetzung mit der Lernergebnisorientierung bei LehrgangsträgerInnen fordern wird.

Fachtagunsdokumentation zum Downloaden

Die Dokumentation ist die Langfassung unseres Websiteberichts und enthält zusätzlich Beiträge von Peter Schlögl und Univ-Prof. Arno Heimgartner.

Dokumentation – aufZAQ-Fachtagung 2016

Entwurf des Kompetenzrahmen zum Downloaden

Kompetenzrahmen – Stand 2016_02_18

OJA_Exemplarisches Feld_2016_02_29

Verbandliche_Exemplarisches_Feld_Stand_2016_02_18

Kontaktperson für weitere Fragen

Hanna Erklavec, aufZAQ-Geschäftsstelle, 01 / 214 44 99 21, info@aufzaq.at

 

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Die Veranstaltung wird finanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union, das Bundesministerium für Familien und Jugend, die österreichischen Landesjugendreferate und das Amt für Jugendarbeit Südtirol.