Informationen zum Kompetenzrahmen

Der Kompetenzrahmen ist die Basis für die aufZAQ-Zertifizierung und die aufZAQ+NQR-Kombi. In ihm werden Kompetenzen für die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit systematisch dargestellt und auf unterschiedlichen Niveaus beschrieben.

Die eingereichten Lehrgänge werden dahingehend geprüft, ob die beschriebenen Lernergebnisse den Kompetenzbeschreibungen im Kompetenzrahmen entsprechen. Er ist somit auch ein Tool zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Aus- und Weiterbildungen für die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit.

Mit Hilfe des Kompetenzrahmens werden Qualifikationen der Kinder- und Jugendarbeit in den Nationalen Qualifikationsrahmen übersetzt.

Den gesamten Kompetenzrahmen steht für Sie online unter www.kompetenzrahmen.at zur Verfügung und steht hier zum Download bereit.

Der Kompetenzrahmen …

  • macht Kompetenzen von Personen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, sichtbar und vergleichbar.
  • verdeutlicht, wie Personen in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit handeln und welchen Qualitätsanspruch sie haben.
  • kann für Tätigkeitsbeschreibungen, Jobprofile und Stellenausschreibungen genutzt werden.
  • steigert die Qualität von Bildungsangeboten.
  • unterstützt bei der Selbsteinschätzung der eigenen Kompetenzen.
  • kann als Bewertungstool bei Bewerbungsverfahren adaptiert und verwendet werden.
  • ist ein Übersetzungsinstrument von Qualifikationen der Kinder- und Jugendarbeit zum Nationalen Qualifikationsrahmen.Insgesamt fördert seine Anwendung die gegenseitige Anerkennung von Bildungsanbieter*innen und Träger*innen der Kinder- und Jugendarbeit sowie angrenzenden Bereichen, wie z.B. Schulsozialarbeit und Gesundheitsprävention.

Aufbau

Der Kompetenzrahmen gliedert sich einerseits in Niveaus, die dem NQR entsprechen. Sie geben an, welche Anforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfüllt werden. Dabei geht es z.B. um Selbstständigkeit, Verantwortungsübernahme und unterschiedliche Situationen, in denen gehandelt wird.

Niveaus:

Andererseits gliedert sich der Kompetenzrahmen in fünf Bereiche, wie z.B. „Lernen ermöglichen, initiieren und fördern“. Diese geben an, auf welche inhaltlichen Aspekte ein Lehrgang eingeht.

Bereiche:

Jeder der fünf Bereiche ist in verschiedene Dimensionen unterteilt, die den Bereich inhaltlich genauer darstellen, wie z.B. „Bildungsziele partizipativ setzen und Kinder/Jugendliche beim Erreichen dieser Ziele unterstützen“ im Bereich „Lernen ermöglichen“.

Für jede Dimension wiederum werden Kompetenzen auf den unterschiedlichen Niveaus beschrieben, wie zB „In der Kinder und Jugendarbeit Tätige wirken an der Umsetzung eines pädagogischen Programms mit“. Diese Kompetenzbeschreibung findet sich auf Niveau II, im Bereich „Lernen ermöglichen, initiieren und fördern“ in der Dimension Bildungsziele partizipativ setzen und Kinder/ Jugendliche bei der Erreichung dieser Ziele unterstützen.”

Im Endeffekt findet sich das obige Beispiel so im Kompetenzrahmen:

Nähere Informationen über den Aufbau des Kompetenzrahmens finden Sie hier.

aufZAQ-Einreichungen

Alle, die einreichen, müssen sich auf den Kompetenzrahmen beziehen. Für jede Einreichung müssen Lernergebnisse beschrieben werden. Sie müssen den Niveaus und Dimensionen im Kompetenzrahmen zugeordnet werden. Mit den 20 Zuordnungen der beschriebenen Lernergebnisse wird das Niveau bestimmt, auf dem der Lehrgang eingereicht wird. Sie können die Lernergebnisse online auf www.kompetenzrahmen.at zuordnen.

Entstehung

Der Kompetenzrahmen wurde mit dem Ziel entwickelt, einen Standard für Lehrgänge der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit zu erarbeiten, der an den Nationalen Qualifikationsrahmen anschlussfähig ist.

In den Entstehungsprozess waren verbandliche Kinder- und Jugendorganisationen, das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) und das Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Uni Graz eingebunden. Ausgangspunkt für die Inhalte des Kompetenzrahmens waren Handlungsbeschreibungen von Praktiker*innen, die über Fragebögen und mehrere Workshops erhoben wurden. Auf Grundlage dieser Handlungsbeschreibungen sowie bestehender Kompetenzmodelle und Qualitätskonzepte hat aufZAQ die Kompetenzbeschreibungen für den Kompetenzrahmen erstellt. Im Zuge dieses Prozesses gab es mehrere Feedbackschleifen, bei denen weitere Wissenschaftler*innen und externe Expert*innen einbezogen wurden. Der gesamte Prozess wurde vom Österreichischen Insitut für Berufsbildungsforschung wissenschaftlich begleitet. Die Entstehung des Kompetenzrahmens dauerte zwei Jahre und 2017 wurde er von der Landesjugendkonferenz als Standard im Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit festgelegt.